Blütenessenzen zur Beruhigung eines „wilden Hengstes“

/ Essenzen, Heilmittel

– ein Bericht von Barbara Eichler

Der folgende Bericht handelt von Roman, einem schwarzen, sehr imposanten Kladruber-Wallach. Er hat ein Stockmaß von 168cm und wiegt etwa 700Kg. Er war zu Beginn der Arbeit 16 Jahre alt, und seit 6 Jahren in Besitz der Familie Eichler. Grund der Blütenberatung waren psychische Probleme durch hohe Erregbarkeit und extreme Stimmungsschwankungen, aber auch körperliche Probleme in Form von Arthrose Schüben, Muskelverspannungen und Narkolepsie.

Vorgeschichte:

Als ich Roman zum ersten mal sah, war er ein verwildertes, ungepflegtes Pferd, welches mit einer Stute und ihrem Fohlen auf der Koppel stand. Roman suchte, außer zur Futterbeschaffung, keinen Kontakt zu Menschen. Er war der unumstrittene Herrscher dieser kleinen Gruppe. Zu diesem Zeitpunkt stand er nach einem Unfall in der Kutsche (er fiel beim Bergaufgehen nieder und das zweite Pferd stieg auf ihn darauf) seit einem Jahr auf der Koppel. Eigentlich hat ihn sich mein Vater ausgesucht, weil er „ein großes, starkes mutiges Pferd ist“. Ich wollte mit diesem „grobschlächtigem“ Tier eigentlich nichts zu tun haben.

Nach dem Kauf bekamen wir immer massivere Probleme mit Roman im konventionellen Stall. Er ließ sich nicht mehr einfangen, sobald man ihm am Halfter berührte stieg er (Roman ist riesig und wenn er steigt, reißt er einen 1,90m Mann mit hundert Kilo, wie eine Fliege in die Luft) und wurde beim Reiten und Kutschenfahren immer unberechenbarer. Einmal wollte er sogar über ein Brückengeländer auf eine Bundesstraße springen, weil er sich vor einem vorbeifahrendem Auto erschreckt hat.
Wir wurden aufgrund seines aggressiven Verhaltens aus 4 Ställen geschmissen. Ich änderte die Kommunikation mit Roman vom stallüblichen „englischen Stil“ („hau drauf, dann geht das Vieh schon“, oder „zu Tode streicheln und mit Zucker vollstopfen“) und begann nach der Methode von Hempfling zu arbeiten, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Freundschaft beruht.

Nach 2 Jahren schenkte mir mein Vater Roman, weil sich immer mehr herauskristallisierte, dass dieses große, wilde, mutige Pferd eigentlich ein hochsensibler „Hosenscheißer“ ist, welcher gelernt hat seine Kraft gegen den Menschen gezielt einzusetzen, nach dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung“.

So wurde er mit der Zeit ein „Frauenpferd“. Er hat gelernt mir wieder zu vertrauen. Roman ist anderen Menschen gegenüber aber noch immer zutiefst misstrauisch und intolerant – er ist irrsinnig schnell mit seiner Hinterhand und setzt diese auch ein!

Eine weitere Schwierigkeit bestand auch immer in der Herdenkonstellation. Roman ist ein absoluter Herrscher, welcher nur wenige Pferde in seiner Umgebung toleriert. Das setzt er auch mit Beiß- und Schlagattacken sehr tatkräftig durch. Hat er einen schlechten Tag richten sich seine Aggressionen auch gegen vorbeireitende Pferde. Zur Zeit toleriert er 2 Pferde, zu diesen ist er auch sehr nett. Zwei weitere Versuche die Herde zu vergrößern hat er massiv abgelehnt, danach wurde kein Versuch mehr unternommen.

Nach meinem 3 wöchigem Urlaub im Februar 2005 war Roman so verwildert, dass er kaum noch reit- bzw. pflegbar war. Er war auch mir gegenüber sehr reserviert. Es dauerte ca 3 Monate um die allgemeine Zufriedenheit wieder herzustellen. Er ließ sich von, ihm vertrauten Personen, nicht mehr streicheln, nahm auch kein Futter mehr von ihnen (obwohl er immer Heu zur Verfügung hatte), verteidigte seine Herdenmitglieder (er ließ sie nicht mehr aus seinem Offenstall), war sehr ungehalten, grantig, und glaubte im allgemeinen dass er von allen verlassen ist und wieder auf sich selber aufpassen muss. Er schreckte bei jeder kleinsten Bewegung zusammen und stand unter Daueranspannung.

Als ich vom 3 wöchigen Urlaub im März 2006 zurückkam erwartete mich ein Pferd das ziemlich „fertig mit den Nerven“ war. Mir gegenüber war er zwar sofort wieder zutraulich, allerdings „klebte“ er wieder vermehrt an meinem Rockzipfel, die allgemeine Stimmung hatte sich noch nicht beruhigt, er regte sich leicht auf, war sehr cholerisch und schreckte sich leicht. Zusätzlich zeigte er massive Erschöpfungszustände (Narkolepsiert) und 2 Wochen später massive Arthrose Schübe, welche ihm große Schmerzen bereiteten und auf Homöopathie, Osteopathie und Futterzusatzmittel nicht wirklich viel besser geworden sind.

Psychische Verfassung als ich das erste mal zu Kaletao kam:
Eigentlich stabil, das heißt, wenn ich mindestens jeden 2 Tag zu ihm komme, mich mit ihm beschäftige (reiten, streicheln, Bodenarbeit,…) Roman ist sehr auf mich fixiert, braucht die tägliche Ansprache um sich ausgeglichen und wohl zu fühlen;

1.Termin: 21.4.06
Nach einem ausführlichen Gespräch über Vorgeschichte und Verhalten bekam Roman folgende Blütenmischung:

Arnica (Kal.Blüten) – um alte und tiefsitzende Schocks und Traumata im Körper zu lösen (der Kutschenunfall)
Dandelion (Kal.Blüten) – lösen der übermäßigen Anspannung in der Muskulatur und der Psyche. Die Blüte fördert dynamische Kraft und Ausgewogenheit zwischen lebhafter Aktivität und innerer Ruhe.
Chamomille (Kal.Blüten) – Auflösen von emotionalen Spannungen, fördert ein heiteres Wesen.
Fringed Violett (Bush Essenzen) – Heilung von Schäden in der Aura die durch Schock oder Gewalt verursacht wurden (der Unfall und diverse Reitstallerfahrungen)
Impatiens (Bach Blüten) – Lösen von Ungeduld, Reizbarkeit und innerer Spannung.
Olive (Bach Blüten) – bei Erschöpfung.
Oak (Bach Blüten) – trotz Erschöpfung weitermachen und sich überfordern dabei.
Aspen (Bach Blüten) – gegen unbrennbare Ängste.

2.Termin 29.6.06
Die Arthroseschübe haben sich beruhigt. Roman geht zwar etwas steif (darf er ja auch schon, der Herr wird ja immer älter), aber die massive Schmerzsymptomatik hat nachgelassen. Er läuft sich nach 10 Minuten ein und hat dann wirklich wieder Spaß an unseren Dressurübungen.
Zeitweise legt er sich auch nieder und schläft für kurze Zeit (ca. 10 Minuten). Dies war bis jetzt unvorstellbar, da er nie so lange die Kontrolle abgeben konnte. Er kommuniziert nun auch mit anderen Menschen, wirkt etwas verspielter, nimmt nicht mehr alles so tierisch ernst. Zitat Stallbesitzerin: „Nun wird er ja vielleicht doch noch ein Pferd“. Er ist nett zu den anderen Pferden, ruhig und ausgeglichen.
Ich kann jetzt in stressigen Zeiten auch mal 3-4 Tage weg sein und mein Pferd bleibt alleine ruhig und gelassen.

Da die Mischung eine gute Wirkung gezeigt hat und sich bei dem Nachgespräch kein neuer Bedarf gezeigt hat, beschließe ich die selbe Mischung noch einmal zu verabreichen, um die bereits erreichten Verbesserungen zu festigen.

3.Termin 22.9.06
Wir mussten wegen eines kleinen Unfalls in die Tierklinik fahren um den rechten vorderen Fuß zu röntgen, Roman benahm sich mustergültig, doch als die Tierärztin an seinem Bauch mit einer gefährlichen kalten Stange ankam musste er ihr kurzfristig klarmachen, dass das so nicht geht. Das Knie der Tierärztin musste anschließend auch geröntgt werden. Allen beiden (Roman und der Tierärztin) geht es aber mittlerweile wieder gut.
Ansonsten ist Roman sehr stabil. Die Arthrose Schübe sind trotz des nasskalten Wetters vorbei. Roman geht nach wie vor gerne und lässt sich zu immer mehr Kunststückchen und Dressurübungen verleiten. Er hat offensichtlich sehr viel Spaß an seiner Arbeit.
Weiters haben wir jetzt auch eine Mitreiterin (hätte er früher nie toleriert), welche er wirklich mag. Mit ihr geht er immer ausreiten und es sieht so aus, als würde er wirklich auf sie aufpassen.

Roman erscheint im psychischen Bereich weit stabiler. Es gibt keine derartig großen Gemütsschwankungen mehr. Er ist ein fröhliches, ausgeglichenes Pferd, durchwegs noch mit Macho Allüren („ich bin der Schönste und Größte Weit und Breit“), aber alles in einem angenehmen Rahmen (und ganz fad solls ja für`s Frauli auch nicht werden). Er ist Menschen gegenüber viel aufgeschlossener und kontaktfreudiger (nicht nur um Futter zu bekommen). Letztens ging ein ihm völlig unbekannter Mann ohne unser Wissen zu ihm in den Offenstall, um dort abzumisten. Vor noch einem Jahr wäre dies ein ziemlich kurzes Gastspiel gewesen. Dieses mal hat Roman ihn nicht tätlich attackiert – nur beobachtet und hat sich dann sogar den Kopf streicheln lassen (den darf normalerweise nur ich angreifen).

Roman erscheint der Welt gegenüber nicht mehr so misstrauisch. Er kann neue Eindrücke ruhiger auf sich zukommen lassen, da er nicht mehr das Schlimmste vermutet, sondern eher auf neue interessante Dinge wartet. Roman hat viel Angst und Misstrauen zurückgelassen und einen neuen Weg gefunden sein Leben noch mehr zu genießen.

Abschluss
Roman hat sich in den 5 Monaten Blütenbegleitung so gut stabilisiert, dass wir ein Ende der Blütentherapie zu diesem Thema vereinbart haben. Die beschriebenen Veränderungen haben sich bis zum heutigen Tag erhalten.
Eine weitere Blütenbegleitung wegen Roman`s Rückenschmerzen fand anschließend statt.