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Bauchtanz heute




Der Boom, den der Bauchtanz in den letzten Jahren erlebt hat, zeigt deutlich auf, wie groß der Bedarf bei uns in Europa ist, den eigenen Körper wieder neu zu entdecken. Der Tanz erschließt eine neue Welt der Sinnlichkeit, die weit jenseits der Freiheit der sexuellen Revolution auf uns wartet. (Quantität ist nicht gleich Qualität!), und lädt uns ein, uns auf das vergessene Erbe unserer Vorfahrinnen wieder zu besinnen.

Die Ambivalenz des Tanzes:
Der Bauchtanz ist eine Kunst die der Tänzerin ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten bietet, Gefühle mit dem Körper auszudrücken. Anders als bei den neueren westlichen Tänzen, wie zum Beispiel dem Walzer, bei denen festgelegte Schrittfolgen wiederholt werden, ist der Bauchtanz der Ausdruck der individuellen Kunst jeder einzelnen Frau. Der Einsatz von Choreographien ist primär nur bei Gruppen und Bühnenveranstaltungen üblich.
So bunt wie die Skala menschlicher Emotionen, so facettenreich kann auch der Tanz sein. Aggression, Lust, Sexualität, das Gefühl für die eigene Mitte, Liebe, Freude,..... sind Primäremotionen, deren Ausdruck durch das Dogma der Religionen stark unterdrückt wurde. Wenn wir diese Tatsache berücksichtigen, wird verständlich, warum dieser Tanz Reaktionen hervorzurufen imstande ist, die von Entrüstung und Ablehnung bis zur Begeisterung reichen. Je nachdem, welcher Aspekt des Tanzes von der Person wahrgenommen wird und in welchem Verhältnis dieser Mensch zu dem Aspekt seiner Selbst steht.
Zur Zeit lassen sich in Europa drei Hauptströmungen in der Bauchtanzszene feststellen:

• Zum einen das Milieu der Nachtklub - und Rotlichtszene, in dem der Tanz primär dazu genutzt wird, die sexuellen Reize des weiblichen Körpers zur Geltung zu bringen.

• In Opposition dazu: die Bühnentanzszene, die überwiegend, geradezu „klinisch sauberen„ Bauchtanz publik macht, und vielfach alle sexuellen Aspekte des Tanzes zu entschärfen versucht.

• Die dritte Gruppe, die in den letzten Jahren sehr starken Zulauf erlebt hat, wird gebildet von Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun, den Bezug zum eigenen Körper verbessern wollen, auf der Suche nach der eigenen Weiblichkeit sind, oder einfach von einer Freundin in ein Studio „verschleppt“ worden sind und dort Gefallen am Tanz gefunden haben.


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