Bei allen im folgenden erwähnten Organen sind nicht die physischen Organe
angesprochen, sondern die entsprechenden Energieorganisationen.
Akupunkturpunkte
Nach der Lehre der TCM befinden sich im Verlauf der Leitbahnen, aber auch
unabhängig davon, am gesamten Körper Punkte, an denen die Beeinflussung
des Qi in unterschiedlicher Weise möglich ist. Manche Punkte eignen sich
dazu, Qi zu beruhigen, andere, es zu stärken, zu aktivieren, auszugleichen,
... Die Arbeit mit den Akupunkturpunkten erfolgt traditionellerweise durch
Stimulation mit feinen Nadeln (Akupunktur), Druck (Akupressur), oder durch
Wärmebehandlung (Moxa). Eine therapeutische Stimulation der Punkte wird
in neuerer Zeit auch über Farbbestrahlung, Aufsetzen von Stimmgabeln
und das Auflegen von Heilsteinen oder das Auftragen von Aromaölen bewirkt,
bzw. in der Akupunktmassage (APM) mittels ausstreichen und aktivieren mit
einem Massagestäbchen.
Angst /Erschrecken
Zerstört das Qi und lässt das Blut „gefrieren“. Zieht
zusammen und erzeugt Kälte. Angst schädigt die Nieren. Menschen
mit schwachem Nieren-Qi leiden oft an Angstzuständen.
Außen - siehe Innen
Beruhigungspunkte
Beruhigungspunkte dienen der Sedierung des zugeordneten Organkreises.
Blase/BL Die Funktionen des Organkreises
in Merksätzen:
Die Blase ist für das Empfangen und Ausscheiden der trüben Flüssigkeiten
verantwortlich. Die Energie der Blase kontrolliert die Gebärmutter.
Meridianverlauf BL: Äußerer Lauf:
Innerer Augenwinkel, Stirn, Scheitel, Hinterkopf, Nacken, Gabelung!!! 1. Ast:
1,5 Cun neben Wirbelsäule, Gesäßinnenseite, Hinterseite des
Oberschenkels, Kniekehle, 2. Ast: Schulterblatt, 3 Cun neben Wirbelsäule,
Gesäß, Oberschenkel, Kniekehle, Hinterseite Wade, äußerer
Knöchel, Außenseite Fuß, bis zum äußeren, unteren
Nagelwinkel der kleinen Zehe.
Innerer Lauf:
1.Nebenast vom Scheitel ins Gehirn, 2. Nebenast zweigt auf der Höhe der
Nieren ab und führt das Qi zu den Nieren und zur Harnblase
Blut/Xue
Blut im Sinn der TCM wird gebildet von der Milz, aus der im Magen gereiften
Nahrung. Es steigt weiter auf zur Lunge und verbindet sich dort mit dem Atmungs-
Qi. Blut hat die Aufgabe, den Körper zu nähren, zu befeuchten und
zu kühlen. Es ist die Grundlage des Geistes/Shen.
CUN
Maßeinheit zum Ausmessen der Positionen der Akupunkturpunkte am
Körper. 1 Cun = 1 Daumenbreite
1,5 Cun = 2 Finger breit
3 Cun = 1 Hand breit
Achtung!! Mit Daumen ist der des Klienten gemeint.
Dickdarm/DI Die Funktionen des Organkreises
in Merksätzen:
Der Dickdarm ist zuständig für die Ausscheidung von Verbrauchtem.
Meridianverlauf DI: Innerer Lauf:
Schulter, Lungenflügel, Dickdarm, bis unters Knie (MA 37)
Äußerer Lauf:
Daumenseitig gelegener Nagelwinkel des Zeigefingers, Mulde der Daumensehne,
äußere Seite des Unterarms, Ellbogenseite, äußere Seite
des Oberarms, höchster Punkt der Schulter, Hals, Wange, kreuzt Oberlippe,
endet am gegenüberliegenden Nasenflügel.
Disharmonisierende Faktoren
Es gibt drei Arten von disharmonisierenden Faktoren:
1. Äußere D. Faktoren/Klimatische Exzesse:
(Zustände im Klima des Körpers, die durch Einflüsse
der Umgebung oder durch innere Inbalancen entstehen können)
Wind, Hitze, Kälte, Nässe, Trockenheit, Sommerhitze
2. Innere D. Faktoren:
(Emotionen, die Einfluss auf das Klima des Körpers und die Organe
haben) Zorn, Euphorie, Angst, Grübeln, Trauer, Sorge, Schock
3. Sonstige D. Faktoren:
Fehler in der Lebensführung, hohes Alter, Trauma, Parasiten,
Rauchen, ererbte konstitutionelle Schwäche, ........
3 Erwärmer/3E Die Funktionen des Organkreises in Merksätzen:
Der 3 E lässt sich keinem physischen Organ zuordnen. Er ist zuständig
für die Regulation des Säfteumlaufs. Er reguliert jene Aspekte von
Milz, Nieren, Blase, Magen, Dickdarm, und Dünndarm, die mit der Bewegung
des Wassers zu tun haben. Seine Disharmonie zeigt sich in einem mangelhaften
Zusammenwirken der Organe in den Brennkammern.
Meridianverlauf 3E: Äußerer Lauf:
Spitze des Ringfingers, Handrücken, Handgelenk, Unterarm, äußere
Seite des Oberarms, Schulter, Schlüsselbein, Hals, umrundet Ohr, Ende
der Augenbraue
Innerer Lauf:
1.vom Schlüsselbein zum Herzbeutel bis in den unteren Wärmer
2.oberhalb des Ohres in die Stirn, Schläfen, Backenknochen, Wangen
Dünndarm/DÜ Die Funktionen des
Organkreises in Merksätzen:
Der Dünndarm setzt die Trennung von Reinem und Trübem, die im Magen
begonnen wurde, fort.
Meridianverlauf DÜ: Äußerer Lauf:
Äußerer Nagelwinkel des kleinen Fingers, Handrücken, Handgelenk,
Hinterseite des Unterarms, Ellbogen, Hinterseite des Oberarms, Schulterblatt,
höchster Punkt der Schulter, Hals, Wange, Augenwinkel, Ohr.
Innerer Lauf:
1. an der Schulter zweigt ein Ast ab, der das Qi durch das Herz, den Magen
und den Dünndarm bis zum Schienbein (MA 39) führt
2. von der Wange zum inneren Augenwinkel
Essenz/Jing
Die Essenz ist die Basisenergie, die uns bei der Geburt von den Eltern mitgegeben
wurde. Sie ist nicht erneuerbar und kann deshalb nur gepflegt werden. Energieraubender
Lebenswandel, ausschweifende Sexualität (bei Männern) und viele
Geburten bei Frauen erschöpfen die Essenz. Mangel der Essenz ist erkennbar
an Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung (Impotenz, Sterilität), vorzeitigem
Alterungsprozess, schlechte Konstitution, Knochenerkrankungen, mentalen Störungen,
aber auch Wachstumsstörungen.
Euphorie/Erregung
Erregung und Begierde lassen das Blut unruhig werden. Das Herz als Sitz des
Geistes/Shen wird übererregt (Herz Arrhythmien) und der Geist unruhig
und fixiert (Gedächtnis- Konzentrations- Schlafstörungen)
Feuchtigkeit
Yin- Pathogen. Sie lässt die Energie in die untere Körperhälfte
absinken und macht träge. Sie kann von außen in den Körper
eindringen oder im Inneren entstehen. Dabei schädigt sie primär
Milz und Magen. Wird das Feuchtigkeitspathogen nicht transformiert, kann es
sich zu Schleim wandeln. Emotionen: Grübeln, Trauer
Feuer
Yang- Pathogen. Häufig in Kombination mit Wind oder Feuchtigkeit. Es
schädigt die Yin- Qualitäten und den Geist/Shen (Bewusstseinsstörungen).
Es kann zu einem starken Verbrauch der Flüssigkeiten und zu Austrocknung
der Körpersäfte führen.
Emotion: Glut, Erregung, Euphorie
Fülle
- siehe Leere
Gallenblase/GB Die Funktionen des Organkreises
in Merksätzen:
Die Gallenblase beherrscht die Entscheidungsfähigkeit. Inbalancen zeigen
sich in Entscheidungsschwäche und Schüchternheit oder in Ärger,
Zorn und vorschnellen Entscheidungen.
Meridianverlauf GB: Äußerer Lauf:
Äußeres Ende der Augenbraue, Ohr, Kopfseite, Scheitelpunkt der
Schulter, 1. Brustwirbel, Achsel, Rippen, Hüfte, Außenseite der
Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, äußerer Knöchel, Rist,
Nagelwinkel, 4. Zehe außenseitig.
Innerer Lauf:
1.vom äußeren Ende der Augenbraue im Kreis über die Wangen,
hinunter durch Leber und Gallenblase.
2.Scheitelpunkt der Schulter zum 1. Brustwirbel, den Rippen entlang bis zur
Hüfte (GB 30)
3.vom Rist (GB 44) zur großen Zehe
Geist/Shen
Als Sitz des Geistes wird in der TCM das Herz angesehen. Störungen des
Geistes stehen somit immer in Zusammenhang mit dem Herz. Ist der Geist verwirrt,
äußert sich das in mentalen und/oder psychischen Störungen
bis zu Neurosen und Psychosen.
Glut
- siehe Euphorie
Grundsubstanzen
Die 5 Grundsubstanzen sind eine Beschreibung von den Bausteinen des Menschen.
An ihrem Zustand (Entstehung, Speicherung, Verteilung) können wir die
harmonische Zusammenarbeit der Organe (oder ihre Disharmonien) erkennen. Die
5 Grundsubstanzen sind: Qi, Blut/Xue, Essenz/Jing, Geist/Shen, Körpersäfte/Jinye.
Grübeln
Das endlose Wiederkäuen geistiger Nahrung schädigt das Milz-Qi (Appetitmangel).
Schwächt die Integrations-, Assimilations- und Umsetzungskraft. Lässt
Feuchtigkeit entstehen, die der Milz schadet.
Herz/HE Die Funktionen des Organkreises
in Merksätzen:
Das Herz speichert Shen (Geist/Bewusstsein)
Das Herz regiert das Blut und die Blutbahnen.
Das Herz öffnet sich in der Zunge (die Zunge ist ein Spross des Herzens)
Das Herz zeigt sich im Glanz des Gesichtes und der Klarheit des Blicks.
Der emotionale Ausdruck des Herzens ist Freude.
Die Ruhe und Harmonie geben Aufschluss über die Persönlichkeit.
Meridianverlauf HE: Äußerer Lauf:
Achselhöhle, Innenseite des Oberarms, Ellbogen, Innenseite Unterarm,
Handgelenk, Handkante, daumenseitiger Nagelwinkel des kleinen Fingers
Innerer Lauf:
Drei Äste vom Herz ausgehend
1. nach unten zum Dünndarm
2. nach oben zu den Augen
3. zur Achselhöhle, dem Beginn des äußeren Laufs
Hitze/Kälte
Die Dynamik einer Krankheit wird durch Hitze- oder Kälte- Muster beeinflusst.
Hitzemuster zeigen sich u.a. durch:
unruhigen Geist, hohes Fieber, Durst, Körper (teile) warm oder heiß,
roter Zungenkörper mit gelbem oder braunem Belag, Puls: schnell, sprunghaft,
lebhaft, Gesicht und Augen rot, akute Erkrankungen, ......
Kältemuster zeigen sich u.a. durch:
Abneigung gegen Kälte, kalte Extremitäten, Zungenkörper geschwollen
und blass, Zungenbelag weiß, Puls langsam, langsame Entwicklung der
Symptome, .....
Bei unterschiedlichen Anzeichen können wir die Entscheidung über
die Dominanz eines Zustandes anhand der Farbe der Zunge treffen.
Hohlorgane
werden als Yang - Organe bezeichnet, weil sie weiter außen im Körper
liegen. Ihre Aufgabe ist das Empfangen, Aufspalten und Absorbieren der in
der Nahrung enthaltenen Nährstoffe und der Abtransport der verbrauchten
Stoffe. Die 6 Hohlorgane sind: Gallenblase, Magen, Dünn-, Dickdarm, Harnblase
und 3-Erwärmer.
Innen/Außen
Ob der Charakter oder der Ort einer Disharmonie innen oder außen zu
finden ist, kann an verschiedenen Hinweisen erkannt werden:
Innen: tiefer Puls, Veränderungen im Zungenkörper, Erbrechen, Veränderung
in Stuhl oder Harn, Schmerzen oder Unbehagen im Leib, Chronische Erkrankungen,
....
Außen: oberflächlicher Puls, akute Erkrankungen, dünner Zungenbelag,
frösteln, Abneigung gegen Klimafaktoren, .... Die Entscheidung bei unterschiedlichen
Anzeichen wird anhand des Pulses getroffen.
Kältezustand
- siehe Hitzezustand
Kälte
Yin- Pathogen. Beeinträchtigt bevorzugt Niere und Blase aber auch Magen,
Lunge und Dickdarm. Sie steigt von unten nach oben und verlangsamt die Körperprozesse.
Kälte lässt den Körper unbeweglich und starr werden, sie zieht
die Muskeln zusammen. Emotionen: Angst, Schock!
Konzeptionsgefäß/KG
Renmai/aufnehmende Leitbahn beginnt zwischen Anus und Genitalien und steigt
gerade hoch bis zum Unterkiefer. Ein innerer Verlauf befindet sich in der
Beckenhöhle, ein weiterer vom Unterkiefer, die Lippen umrundend, bis
zu den Augen. Zusammen mit dem LG bildet es den kleinen Energiekreislauf,
der das Qi entlang der Körperachse zirkulieren lässt und alle Meridiane
mit Qi versorgt.
Körpersäfte/Jinye
Darunter werden alle Flüssigkeiten des Körpers verstanden (Speichel,
Magensäfte, Schweiß, Tränen, Urin, ....). Es wird unterschieden
zwischen den aktiven (klaren) Körpersäften - chin. jin, und den
stofflichen (trüben) Körpersäfte - chin. ye. Die Säfte/Jinye
lassen die Ausgewogenheit des Flüssigkeitshaushaltes im Körper erkennen.
Kreislauf S./KS
Die Funktionen des Organkreises in Merksätzen:
Der Kreislauf Sexus (auch Pericard) ist der schützende Schild für
das Herz.
Meridianverlauf KS: Äußerer Lauf:
Brust, Rippengegend, umkreist Achselhöhle, Innenseite des Oberarms, Ellbogen,
Innenseite des Unterarms, Handgelenk, Handinnenfläche, Spitze des Mittelfingers
Innerer Lauf:
1.vom Ursprung im Herzen führt ein Ast nach unten in den Bauchraum
2.vom Herz seitlich über die Brust zum Anfangspunkt des äußeren
Verlaufs.
3.Handinnenfläche zur Spitze des Ringfingers
Leber/LE Die Funktionen des Organkreises
in Merksätzen:
Die Leber speichert und reguliert das Blut. Sie beherrscht das Fließen
und Ausbreiten und stellt den harmonischen Fluss des Qi und des Blutes sicher.
Die Leber reguliert die Verdauung. Sie kontrolliert die Sehnen und manifestiert
sich in den Nägeln. Die Leber öffnet sich in die Augen. Sie beherbergt
die ätherische Seele/Hun. Die emotionalen Qualitäten der Leber sind
die Geduld und der Zorn.
Meridianverlauf LE: Äußerer Lauf:
Spitze der großen Zehe, Rist, innerer Knöchel, Innenseite Oberschenkel,
umkreist die Genitalien, bis zur vorletzten Rippe
Innerer Lauf:
1.von LE 13 durch die Leber innen zu LE 14 zurück, von ihm zweigt ein
Ast ab, der durch die Lunge wieder nach unten zur Leber führt
2.vom Endpunkt (LE 14) zum Hals, Gesicht, unter den Augen verzweigt er sich.
Ein Ast führt nach unten und umkreist die Lippen, ein anderer führt
durch Augen und Stirn zum Scheitel.
Leere/Fülle
Leere und Fülle bezeichnen den Mangel oder das Übermaß einer
Substanz (Qi, Blut, ....) oder eines Pathogens. Aber auch den Grad der Aktivität
eines Yin oder Yang-Aspektes eines Organs.
Leere Zeichen sind u.a.:
wenig bis kein Zungenbelag, blasser Zungenkörper, vorsichtige, kraftlose
Bewegungen, flache Atmung, Gesichtsfarbe: blass, fahl, grau, mangelnde Wasserkontrolle,
Puls: dünn, leer, schwach, ....
Fülle Zeichen sind u.a.:
dicker Zungenbelag, Bewegungen: überaktiv, plump, kraftvoll, Qi- und
Blutstagnation, laute Stimme, Puls: kräftig, drahtig, schlüpfrig,
voll, überflutend, ....
Das Vorherrschen eines Fülle- oder Leere- Zustandes wird an der Stärke
des Pulses gewertet.
Lenkergefäß/LG
Dumai - die Leitbahn der Steuerung. Sie beginnt zwischen Anus und Genitalien
und verläuft die Wirbelsäule entlang gerade nach oben über
den Scheitel, Stirn und Nase bis zum Zahnfleisch über den oberen Schneidezähnen.
Innere Verläufe von der Beckenhöhle parallel zum LG aufsteigend
bis in den Kopf und vom Hinterkopf in den Nacken absteigend. Zusammen mit
dem Konzeptionsgefäß bildet das LG den kleinen Energiekreislauf,
der das Qi entlang der Körperachse zirkulieren lässt und alle Meridiane
mit Qi versorgt.
Leitbahnen - siehe Meridiane
Lunge/LU
Die Funktionen des Organkreises in Merksätzen:
Die Lunge regiert die Lebensenergie/Qi. Sie steuert die Aufnahme von neuem
und die Abgabe von verbrauchtem Qi. Dies geschieht durch den Rhythmus der
Atmung. Sie kontrolliert die Energieleitbahnen und Blutgefäße.
Die Lunge bewegt und reguliert die Wasserwege, d.h. sie reguliert die rhythmische
Verteilung der Körperflüssigkeiten. Sie ist der obere Quell des
Wassers. Sie regiert das Äußere des Körpers, die Haut. Der
Glanz der Lunge manifestiert sich in der Körperbehaarung. Sie öffnet
sich zur Nase, der Hals ist das Tor zur Lunge. Die Lunge regiert das Abwehr-Qi.
Die Lunge beherbergt Po, die Körperseele. Die emotionale Qualität
der Lunge ist Trauer. Strukturfähigkeit und Beweglichkeit zeigen die
Kraft der Lunge in der Persönlichkeit.
Meridianverlauf LU: Äußerer Lauf:
vom Schultergelenk über die Arminnenseite, die Ellbogenfalte, die Vorderseite
des Unterarms bis zur großen Pulsader am Handgelenk hin zum äußeren
Nagelwinkel des Daumens.
Innerer Lauf:
von der mittleren Körperhöhle zum Schultergelenk
Magen/MA
Die Funktionen des Organkreises in Merksätzen:
Seine Funktion ist das Empfangen und Reifen der Nahrung.
Meridianverlauf MA: Äußerer Lauf:
Unterhalb des Auges, entlang der Nase, Oberlippe, Zahnfleisch, umrundet den
Mund, Unterkiefer, Gabelung am Unterkiefer: 1.zurück, am Ohr vorbei zur
Schläfe, Hals, Schlüsselbein, Brustwarzen, Bauch, Leistengegend,
Oberschenkel vorne, Knie, Unterschenkel vorne, endet am Nagelwinkel der 2.
Zehe kleinzehenseitig.
Innerer Lauf:
1.Nasenflügel (Ende DI Meridian) innerer Augenwinkel, unterhalb des Auges.
2.Vom Unterkiefer zweigt ein innerer Ast ab, der nach unten zum Magen und
Milz/Pankreas führt, und sich bei MA 30 wieder mit dem äußeren
Ast verbindet 3.Unterhalb des Knies (MA 36) zur mittleren Zehe 4.vom Rist
(MA 42) innenseitiger Nagelwinkel der großen Zehe
Meridiane
sind Energiebahnen, die teils an der Oberfläche, teils in der
Tiefe des Körpers verlaufen. In der TCM sind 12 Hauptmeridiane, die den
Speicher - und Hohlorganen zugeordnet sind, bekannt, die diese mit Qi versorgen.
Das Qi durchflutet innerhalb von 24 Stunden diese Hauptmeridiane im 2 Stunden-Rhythmus
in einer bestimmten Reihenfolge
12 Hauptmeridiane: Lungen-, Dickdarm-, Magen-, Milz/Pankreas-, Herz-, Dünndarm-,
Pericard-, 3Wärmer-, Nieren-, Blasen-, Leber- und Gallenblasenmeridian.
Von den 8 außerordentlichen Leitbahnen sind die bekanntesten das Lenkergefäß,
das die Kontrolle über alle Yang-Meridiane, und das Konzeptionsgefäß,
das die Kontrolle über alle Yin-Meridiane innehat.
Darüber hinaus sind noch 12 Muskelleitbahnen, 15 Netzleitbahnen und einige
Leitbahnzweige und zahlreiche Nebenleitbahnen bekannt.
Milz/Pankreas/MP
Die Funktionen des Organkreises in Merksätzen:
Die Milz ist verantwortlich für Verdauung und Stoffwechsel. Sie regiert
die Umwandlung und den Transport und die Aufwärtsbewegung des Reinen.
Die Milz leitet das Blut. Sie ist Herrscherin über die Flüssigkeiten.
Die Milz beherrscht die Muskeln und die vier Extremitäten. Sie öffnet
sich in Mund und Lippen. Sie beherbergt den Intellekt/Yi. Der emotionale Ausdruck
ist im Mitgefühl und im Nachdenken erkennbar.
Meridianverlauf MP: Äußerer Lauf:
Innenseite der großen Zehe, Fußinnenseite, Fußknöchel,
Innenseite der Schenkel, Leistengegend, Bauchhöhle, Brust, Brustmuskel.
Innerer Lauf:
1. Leistengegend von MP 13 in einem Bogen nach innen zu MP 14
2. Bauchhöhle von MP 16 zu Magen und Milz/Pankreas weiter über das
Zwerchfell bis zum Herz
3. ca. 1 Handbreit oberhalb der Mamillen MP 20 zur Kehle und zur
Zungenwurzel
Nässe
- siehe Feuchtigkeit
Niere/NI
Die Funktionen des Organkreises in Merksätzen:
Die Nieren speichern Jing/die Essenz. Die Nieren beherrschen die Sexualität
und die Fortpflanzung. Die Nieren produzieren das Mark und den „See
des Marks„ (Gehirn). Die Nieren beherrschen die Knochen und Zähne.
Sie öffnen sich in die Ohren und manifestieren sich im Kopfhaar. Die
Nieren kontrollieren die Wasserwege und die zwei unteren Körperöffnungen.
Sie ergreifen das Qi der Lunge und vollenden die Atmung. Die Nieren beherbergen
Zhi, den Willen. Der emotionale Ausdruck der Nieren ist Angst. Ihre Qualität
liegt in der kraftvollen Ruhe.
Meridianverlauf NI: Äußerer Lauf:
Hinter Fußballen auf der Fußsohle, Rist, umkreist Knöchel,
Innenseite des Beins, Leistengegend, Schambein, Bauch, Brust, Schlüsselbein.
Innerer Lauf:
1. Unterseite der kleinen Zehe, Richtung Fußballen bis NI1
2. Nahe der Wirbelsäulenbasis zur Niere und zur Harnblase
3. Von der Niere über die Leber, Zwerchfell, Lunge bis zur Kehle
4. Vom äußeren Ast auf Lungenhöhe bis zum Herzen
Organe/Organkreise
beschreibt im Sinn der TCM einen Funktionsbereich im energetischen
System des menschlichen Körpers. Auf keinen Fall darf diese Bezeichnung
mit den Organen im anatomischen Sinn der westlichen Medizin verwechselt werden!
Organuhr
Einmal in 24 Stunden zirkuliert die Lebensenergie im Abstand von zwei Stunden
durch alle Meridiane.
Nachdem ein Organ von Qi durchflutet wurde hat es zwei Stunden Tiefphase zum
Ausruhen. Zwölf Stunden danach hat es sein absolutes Tagestief.
Befindet sich ein Organ in einem energetischen Füllezustand werden sich
eventuelle Probleme in der Hoch-Zeit verschlechern und in der Tief-Zeit verbessern.
Ein Organ das einen Energiemangel hat arbeitet am besten zu seiner Hoch-Zeit
und bekommt Probleme in seiner Tiefphase.
Pathogen
- siehe disharmonisierende Faktoren Außen
Pulsanalyse
Für diese Arbeit wurde die Pulsanalyse am Handgelenk des Klienten verwendet.
Bei dieser Methode wird auf verschiedene Merkmale geachtet:
Tiefe: Ist der Puls mit leicht aufgelegten Fingern klar zu ertasten, spricht
man von einem oberflächlichen Puls, der u.a. auf ein äußeres
Pathogen hinweist. Ein tiefer Puls hingegen ist nur durch festen Druck der
Finger bis zum Knochen spürbar und deutet u.a. auf eine innere Krankheit.
Geschwindigkeit: Ein schneller Puls hat mehr als 5 Schläge je Atemzug
und wird als Zeichen von Hitze oder Übermaß gewertet. Langsamer
oder träger Puls (2 - knapp 4 Schläge je Atemzug) ist u.a. ein Zeichen
für Kälte oder Mangel.
Rhythmus: Unterbrechungen im Rhythmus können auf Kälte, Qi- Blockaden,
Mangel oder Erschöpfung der Yin-Organe hinweisen.
Volumen: Das Volumen hängt von der Produktion des Blutes ab. Am Volumen
kann man auch Übermaß-Zeichen (das Pathogen überwiegt) oder
Mangel-Zeichen (Qi - Blut - Mangel in den Organen) feststellen.
Form: Die Form des Pulses gibt Aufschluss über den freien Fluss von Qi
und Blut. Stagnationen und Feuchtigkeitsbelastungen lassen sich hier ablesen.
Der Puls kann schlüpfrig, rauh, drahtig, straff oder beweglich sein.
Länge: Ein kurzer Puls kann den Raum unter den 3 Fingern nicht füllen
und weist u.a. auf Qi- Mangel, Blutverlust oder Stagnation hin. Der lange
Puls (der unter bestimmten Umständen auch normal sein kann) weist auf
einen Überschuss des Yang- Qi, Hitze oder Fülle hin.
Normaler Puls: befindet sich in der Mitte. Seine Geschwindigkeit beträgt
3 - 4 Schläge je Atemzug. Er ist ruhig, regelmäßig, harmonisch
und wellenförmig. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass
Jahreszeit, Alter, Geschlecht und Konstitution Einfluss haben, der Abweichungen
hervorrufen kann, die nicht als pathologisch zu werten sind.
Qi
Qi wird im Kontext der TCM als die ursprüngliche Energie verstanden,
aus der alle Manifestationen des Universums bestehen. Um die verschiedenen
Bedarfe im System abzudecken, werden unterschiedliche Arten von Qi gebildet.
Die Benennung erfolgt entsprechend der Funktion.
Nachfolgend nur einige der wichtigsten Arten:
• Ursprungs- Qi (yuan qi), das von den Eltern ererbte Qi
• Wahres- Qi (zhen qi), die Basis, aus der sich die verschiedenen Arten
bilden
• Organ- Qi (zang fu zhi qi) bewahrt die anatomische Position der Organe
• Leitbahnen- Qi (jing luo zhi qi) zirkuliert durch die Leitbahnen
• Nahrungs- Qi (gu qi) wird in der Milz aus der Nahrung gewonnen
• Abwehr Qi- (wei Qi) schützt den Körper gegen äußere
Pathogene
• Atmungs- Qi (zong qi), die Energie, die sich im Brustraum sammelt
Quellenpunkte
Akupunkturpunkte, die das Gleichgewicht von Yin und Yang regulieren. Über
die Quellenpunkte wird das Ursprungs-Qi erreicht.
Schleim
nicht transformiertes Feuchtigkeitspathogen. Kann u.a. zu tastbaren, nicht
geröteten Knoten und Bewusstseinsstörungen führen.
Schock: Ein Schockerlebnis blockiert den Qi- Fluss und lässt die Emotionen
plötzlich erstarren (Kälte). Dabei werden Herz-Qi und Nieren-Essenz
entleert. Mögliche Folgen sind Störungen des Geistes/Shen, Verhaltensauffälligkeiten,
Sprachstörungen, und Desorientierung.
Sommerhitze
Yang-Pathogen. Äußere Hitze befällt die äußeren
und oberen Körperregionen. (Rötungen, schnelle Krankheitsverläufe)
Innere Hitze schädigt Qi und die Körperflüssigkeiten und beeinträchtigt
Pericard, Dünndarm, 3-Erwärmer und das Herz.
Emotionen: Erregung, Lust, Ausgelassenheit.
Sorge
Sie vermindert das Blut und schwächt die Energie von Lunge und Milz.
Speicherorgane
werden als Yin-Organe bezeichnet, weil sie tiefer im Inneren des Körpers
liegen. Ihre Aufgaben bestehen im Produzieren, Umwandeln Regulieren und Speichern
der Grundsubstanzen (Qi, Blut/Xue, Essenz/Jing, Geist/Shen, und Säfte/Jinye).
Zu den Speicherorganen zählen: Herz, Kreislauf-Sexus (Pericard), Lunge,
Milz, Leber und Nieren.
Syndromdiagnose
ist ein Verfahren, bei dem schrittweise die Ungleichgewichte, die bei der
Befunderhebung ermittelt wurden, zu einer Diagnose im Sinn der TCM formuliert
werden. Differenziert wird, ob ein: Hitze- oder Kältezustand, ein Fülle-
oder Leerezustand, ein äußeres oder inneres Syndrom vorliegt. Weiters
wird beachtet, welche der 5 Grundsubstanzen von einer Disfunktion betroffen
ist, welcher disharmonisierende Faktor vorliegt, welche Meridiane betroffen
sind und welche Organe. Die Syndromdiagnose stellt keine Diagnose im schulmedizinischen
Sinn dar, da sie auf einem völlig anderen Weltbild basiert!
TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)
Die TCM ist ein umfassendes weltanschauliches Konzept, das den Fluss
und die Umwandlung von Lebensenergie/Qi beschreibt. Sie beinhaltet alte Heilmethoden
die nicht auf Naturwissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sondern auf einem
schamanisch-energetischen Menschen- und Weltbild.
Trauer/Gram/Reue
schaffen Feuchtigkeit im Körper, schwächen das Lungen-Qi und beunruhigen
das Herz. Oft in Verbindung mit leiser Stimme, Beklemmungsgefühl und
Blut-Mangel.
Trockenheit
Yang-Pathogen. Tritt meist in Verbindung mit Hitze oder Kälte auf. Äußere
Trockenheit (Klima, trockene Raumluft während der Heizungsperiode) beeinträchtigt
Atemwege und Haut. Innere Trockenheit (z.B. starker Durchfall, hohes Fieber,
Erbrechen) beeinträchtigt Dickdarm und Wassersystem. Die Trockenheit
verbraucht Körpersäfte, Flüssigkeiten und Substanzen. Sie verdickt
das Blut und führt zu Zirkulationsstörungen von Blut und Qi.
Emotion: Sorge
Wind
Yang-Pathogen. Der externe Wind befällt die obere Körperhälfte
und dringt über die Atemwege und die Poren in den Körper ein. Er
wirkt an der Oberfläche und in der Lunge und kann u.a. plötzliche
neuralgische Schmerzen, Niesen und Juckreiz verursachen. Dringt er über
die Leitbahnen nach innen, schädigt er dort primär Leber und Galle.
Emotion: Zorn
Yin/Yang
Aus der Einheit der Schöpfung (dem Dao) entstanden, repräsentieren
Yin und Yang die Polaritäten des Lebens. Sie sind ständig in Bewegung
und wandeln sich ineinander, um sich gegenseitig zu ergänzen wie Tag
und Nacht. Sie stellen keine absoluten Größen dar, sondern bedingen
einander und können ohne das andere nicht existieren. Ihnen zugeordnet
werden Grundqualitäten:
Yin:
Passiv, ruhig, langsam, leise, schwach, Leere, Mangel, innen, tief, unten,
feucht, Wasser, Winter, Kälte, Nacht, dunkel, trüb, Blut, Materie,
Körpervorder und -innenseiten, weibliches Prinzip,.....
Yang:
Aktiv, Bewegung, schnell, stark, Fülle, Überfluss, außen,
oberflächlich, trocken, Feuer, Sommer, Hitze, Tag, hell, klar, Qi, Bewusstsein,
Geist, Rücken und Außenseiten des Körpers, männliches
Prinzip, .....
Diese Liste der Zuordnung ließe sich beliebig lange fortsetzen und dient
hier nur dem Zweck, das Prinzip zu vermitteln, nicht eine umfassende Darstellung
über Yin und Yang aufzulisten.
Zorn/Reizbarkeit
Übermotivation, man will mehr bewegen/verändern, als im Moment möglich
ist. Es entsteht Frustration, die Energie zur Tat stagniert, staut sich im
Oberbauch an und lässt Hitze aufsteigen. Zorn schädigt primär
Leber, Gallenblase und Magen.
Zungendiagnose
Bei der Zungendiagnose werden Farbe, Form, Zustand, Größe, Bewegung
der Zunge und Farbe/Beschaffenheit des Belags beurteilt. Der Zungenkörper
gibt Auskunft über den Funktionskreis Milz (Blut und Säfte- Produktion);
Der Zungenbelag über den Funktionskreis Magen (Umwandlung der Nahrung)
Die Farbe der Zunge über den Funktionskreis Herz (Bluttransport); Die
Bewegung / Spannung der Zunge über den Funktionskreis Leber (Beweglichkeit
von Blut und Qi.
Zustimmungspunkte
- sind Akupunkturpunkte am inneren Ast des BL-Meridians, über die die
Einflussnahme auf den jeweils zugeordneten Meridian möglich ist. Sie
werden hauptsächlich bei chronischen Leiden in Verbindung mit den Quellenpunkten
eingesetzt.