Drei gute
Freunde beschlossen eines Tages gemeinsam eine Wanderung zu
unternehmen. sie wählten dazu einen Wanderlehrpfad namens:
Foto mit Wegweiser Lebensweg
Den Beginn bildete ein sehr kleines und enges Tor.
Foto mit engem Durchlass
Nach einem kurzen Stück Weges, kamen sie an eine Kreuzung
mit vielen Schildern.
Bild einfügen mit den Schildern....
Da alle Wege wieder nach Hause führten, beschlossen sie,
sich für den Rest der Wanderung zu trennen, damit sie alle
drei Wege kennenlernen und einander nach diesem Abenteuer, Zuhause,
davon erzählen könnten.
Bild Wüste
Der erste Freund wählte den Pfad durch die Wüste.
Er sagte zu sich: "dieser Weg ist zwar der längste,
aber sicherlich der bequemste, denn ich kann schneller gehen
als die anderen, und muß auf nichts dabei achtgeben!"
So schritt er ohne Hindernisse zügig los. Anfangs schneller,
dann immer langsamer, bis er nur noch aus Gewohnheit dahintrottete.
Er mußte feststellen, dass sein so bequem aussehender
Weg mit der Zeit recht fad und eintönig wurde.
Bild Weg mit Schlammlöchern
Der zweite Freund wählte die Landstrasse. Er sagte zu sich:
"die Länge dieses Weges hängt wahrscheinlich
von dem ab, der ihn geht. (Die Strasse hatte große, mit
Schlamm gefüllte Schlaglöcher) Wenn ich um die Schlammlöcher
herum gehe, brauche ich länger zum Ziel, als wenn ich drüberspringe."
Das tat er dann auch.
Am Anfang funktionierte diese Methode noch ausgezeichnet, aber
dann wurde er langsam müde und sprang immer öfter
aus Unachtsamkeit in die Ränder, dass der Schlamm nur so
spritzte und überall an ihm haften blieb.
Das erschwerte ihm das springen beträchtlich und bald war
er so schwer, dass er nur noch auf allen vieren weiterkrabbeln
konnte. Nun verklebte der Schlamm auch noch seine Augen und
er konnte den Schlammlöchern nicht mehr ausweichen, weil
er sie nicht mehr sehen konnte.
Beim nächsten blieb ihm nichts anderes mehr übrig,
als mittendurch zu robben. Auf diese Weise tauchte er tiefer
einals jemals zuvor.
Er gelangte bis auf den Grund, und am tiefsten Punkt angelangt,
ertasteten seine Hände einen Kristall. Er freute sich darüber,
steckte den Kristall in seinen Rucksack und krabbelte geradeaus,
bis er aus dem Schlammloch wieder heraus kam. Aber was war das?
Als er heraus kam, blieb kein neuer Schlamm an ihm haften, und
ein Teil von dem alten fiel von ihm ab.
Nun wurde er neugierig, ob in den anderen Schlammlöchern
auch Kristalle versteckt währen - und siehe da - in jedem
dieser Löcher war ein Edelstein verborgen, er mußte
ihn nur suchen. Mit diesen Kristallen hatte es eine besondere
Bewandtniss: sobald er sie in seinen Ruckksack steckte fiel
ein Stück der alten Schlammkruste von ihm ab und das gehen
wurde ihm leichter, denn die Steine hatten seltsamerweise kein
Gewicht. Nach einiger Zeit begann er, sich die Schlammlöcher
auszusuchen, in die er eintauchen wollte. Manche zogen ihn magisch
an, andere wiederum waren ihm egal. Wenn er allerdings, einmal
eingetauucht, ungeduldig wurde, weil er den Kristall nicht gleich
finden konnte und ohne den Stein aus dem Schlammloch herausrobbte,
blieb der Schlamm wieder an ihm haften, und beschwerte ihn noch
ein gutes Stück des Weges.
Bild Morast
Der dritte Freund wählte den Weg durch den Sumpf. Er sagte
zu sich: "dieser Weg ist zwar schlammig und er stinkt,
aber dafür ist er auch der kürzeste!"
So ging er los, und tauchte bereits nach wenigen Schritten in
zähem, undurchdringlichem Nebel ein. Schon nach kurzer
Zeit verlor er völlig die Orientierung und geriet in Panik.
Er tobte und schrie aus Leibeskräften, aber das half ihm
kein bisschen weiter. Als er davon müde wurde, legte er
sich hin und sagte: "es wird schon jemand vorbei kommen
der mir den Weg nach Hause zeigen kann."
Irgendwann wurde ihm das warten zu langweilig. Da dachte er:
"wie schön währe es doch, wenn plötzlich
in der grauen Nebelwand vor meinen Augen ein Ausgang auftauchen
würde". Er begann sich den Ausgang vorzustellen in
den schönsten Farben. So deutlich, das er ihn schon fast
greifen konnte. Er glaubte, er müsse jetzt nur noch seine
Hand ausstrecken, um dieses Wunschausgang zu berühren,
aber es dauerte noch etwas, bis er auch den Mut dazu aufbrachte.
Als er dann doch die Hand danach ausstreckte, verblasste das
Bild wieder, und als er einen Schritt in die Richtung machte,
verschwand es völlig.
Er verlor aber nicht seinen Mut dadurch. Nachdem er ein Weilchen
überlegt hat sagte er zu sich: "diese Richtung ist
der einzige Anhaltspunkt den ich habe, und mein Gefühl
sagt mir, das sie richtig ist."
Und wirklich, kaum hatte er in diesem Bewusstsein einen Schritt
getan, stieß er auf etwas festes. Er tastete es mit seinen
Händen ab, und stellte erstaunt fest, das es ein riesiger
Kristall war.
Zurück zum ersten Freund.
Auf seinem langen, trockenen Pfad durch die Wüste traten
ihm sehr bald die Schweißperlen auf die Stirn, die von
der stechend heißen Sonne zu kleinen Kristallen gehärtet
wurden. Diese hübschen kleinen Dinger waren das einzig
erfreuliche auf seinem Weg und so hob er sie auf und setckte
sie in seinen Rucksack. Mit der Zeit wurde der randvoll, und
gerade als er einen letzten kleinen Edelstein dazulegen wollte,
kippte der Rucksack um und die vielen kleinen Steine purzelen
auf den Weg. Sie blieben aber nicht auf der Erde liegen sondern
formten, ganz von selbst, eine wunderschöne Kristallpforte
durch die er durchgehen konnte. Auf der anderen Seite der Pforte
angelangt, stellte er erstaunt fest, das er wieder Zuhause war
und als er sich umdrehte, war das Tor verschwunden, aber die
Kristalle die es gebildet hatten, waren noch da.
Dem zweiten
Feund war es ähnlich ergangen, auch seine Kristalle bildeten
eine wunderschöne Pforte, als er seinen Rucksack zur gänze
damit gefüllt hatte.
Der Riesenkristall des dritten Freundes wurde dagegen in der
Mitte durchlässig und ermöglichte ihm den Weg nach
Hause (das er, so wie seine Freunde auch auf dem Weg völlig
vergessen hatte)
Nun hatten sich die drei viel von ihren Wanderungen zu erzählen....
und damit könnte diese Geschichte zu Ende sein, wenn nicht
der erste Freund als er die Erzählung vom zweiten gehört
hatte, beschloss auch einmal auf der Landstraße zu gehen.
Der dritte Freund den Weg durch die Wüste interessant fand
und der zweite Freund gerne so einen Reisenkristall haben wollte
wie ihn der dritte aus dem Sumpf mitgebracht hat.
Nach der nächsten Wanderung trafen sie einander wieder
Zuhause und stellten fest, das jeder von ihnen ganz andere Kristalle
von den Wegen der anderen mitgebracht hatte, und so beschlossen
sie die Pfade noch einmal zu gehen.
Wieder und wieder wanderten sie auf den Lehrpfaden in immer
neuen Reihenfolgen, und jedesmal brachten sie noch schönere
und farbenprächtigere Kristalle von ihren Reisen mit in
ihr Heim, das vom Glanz der Edelsteine immer schöner und
heller wurde.
Bis -
eines Tages alle Kristalle in ihrem Heim begannen, von selbst
ein großes Tor zu formen, auf dem das Wort "Heimat"
zu lesen war. Da fiel den dreien plötzlich ein, das dieser
Ort, den sie bis jetzt als "Zuhause" bezeichnet hatten,
eigentlich nur eine Art Raststätte war, von der aus sie
zu ihren Wanderungen aufgebrochen waren. Sie konnten sich nun
wieder erinnern, und voller Freude liefen sie durch das prächtige
Tor Nach Hause.
Bild Kristallpforte
©
http://www.kaletao.at