Der Flug des Phönix 2
 
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Der Flug des Phoenix 2

Transformation alter Verletzungen mit Hilfe des Krafttiers

von Sonja


20.2.2008
Beginn des weiterführenden Kurses schamanisches Heil-Reisen

Bei einer Reise gleich zu Beginn des Kurses bekam ich von meinem inneren Heiler gesagt ich solle meine selbstzerstörerischen Tendenzen auflösen. Diese exzessiven Entgleisungen der Lebensführung sind: Schlafmangel, zu wenig Bewegung in frischer Luft, zu viel und ungesundes Essen, Kaffee, Nikotin, Arbeit, und ein überladen meines Lebens mit Tätigkeiten die ich im Grunde nicht will, weil ich nicht nein sagen kann.
Diese Ausrichtung begleitete mich danach durch den gesamten Kurs.

Ich sollte meine anerzogenen Verhaltensmuster und Überzeugungen überdenken, konnte es aber nicht, bis ich mit dem Auferstehungsbild angefangen habe.

Bis Samstagabend 1.3. habe ich die Zeit nur verplempert (heute weiß ich, wie wichtig dies für mich damals war). Dann habe ich mich aufgerafft und den Vogel skizziert. Am Sonntag in der Früh war es an der Zeit für das neue Bild und ich habe begonnen zu malen. Anfangs sehr zäh, unglücklich, nicht zufrieden mit dem ausgewählten Papier. Ich wollte schon aufgeben – doch etwas in mir hat sich gespreizt - wollte nicht aufhören und dann wurde es auf einmal besser – hat Spaß gemacht. Am Höhepunkt des Schlechtfühlens konnte ich plötzlich wieder zu malen beginnen.
Eigentlich dachte ich, dass ich den Vogel, der sich neu erschafft in einer positiven Phase meines Lebens malen werde.
Während des Malens habe ich mir immer wieder meine Gedanken notiert.
Diese Bild zu malen bedeutet mir sehr viel. Es steht bis ich weiter malen kann in meinem Schlafzimmer – sodass mein letzter Blick vor dem Einschlafen und der erste beim Aufwachen dem Feuervogel gilt. Ich rede auch täglich mit ihm. Seit ich begonnen habe diese Bild zu malen träume ich sehr intensiv. Leider kann ich mich in der Früh nicht an Einzelheiten erinnern.

Bild 4:
„Der Phoenix will leben“
2.3.2008 – 29.3.2008
insgesamt ca. 70 Stunden
Pastell-Ölkreide 50 X 70
 


4.3. Reise zu den Verletzungen und zum Missbrauch. Diese haben sich als mehrköpfiger Drache dargestellt. Jeder Kopf stand für eine andere Verletzung die ich von meiner Großmutter erfahren habe.

10.3.2008
Reise in mein Haus (Keller) Anliegen: Keller finden
Ich sehe mich blutüberströmt im Keller liegen, verletzt von mir selber, weil ich den Ansprüchen anderer nicht genügen kann. Ich beschließe dringend meine anerzogenen Verhaltensmuster überdenken. Mein Feuervogel schützt mich in dieser Reise vor weiteren Selbstverletzungen.
Danach geht es mir sehr schlecht. Ich bin sehr empfindlich und angerührt, depressiv.

Körperlich haben sich nach dieser Reise zwei Wochen lang täglich andere Symptome gezeigt:
Migräne / Magenschmerzen / Nasennebenhöhlen-Probleme / Übelkeit / Ohrenschmerzen / Müdigkeit / Husten / Rückenprobleme / Fersensporn (kann kaum noch gehen) und Blasenprobleme. Ich fühle mich extrem kraftlos und ausgelaugt.

Jeden Tag habe ich mit mir gekämpft – soll ich aufstehen, oder nicht? Mich von einem Tag zum anderen geschleppt, das Wochenende mit großer Sehnsucht herbei gewünscht (wollte malen). Als es endlich Freitagmittag war konnte ich nichts damit anfangen. Ich war ruhe-, rast- und planlos. Bin nur herum gesessen. Zuwenig Kraft und Energie um etwas Sinnvolles zu tun allein die Aussicht auf den nächsten Kursabend hat mich durchhalten lassen.

25.3.2008
Reise zu dem Drachen
Ich erlebe eine Situation meiner Jugend wieder:
Als ich ca. 17 Jahre alt war, kommt es zu einem sexuellen Übergriff von einem Bekannten meiner Großmutter. Als ich ihr davon erzählt habe, hat sie gemeint ich soll nicht so hysterisch sein, und wegen der Kleinigkeit!!! nicht so ein Theater machen, was sei schon passiert! Ein alter bettlägriger Mann braucht auch mal noch ab und zu seine kleinen Freuden.
In der Reise erfahre ich, dass es eine Abmachung zwischen meiner Großmutter und dem Bekannten war - für die Gelegenheit mich anzugrapschen gab es für meine Großmutter diverse Schmuckstücke und Geld. Sie hat mich verkauft! Obwohl ich es geahnt habe, bin ich doch sehr erschüttert. Zusätzlich habe ich den letzten Rest Achtung vor meiner ach so moralischen Großmutter verloren - die bei anderne Personen jedoch immer die Unmoral kritisiert hat.
Zum Glück habe ich mich damals ganz entgegen meiner Erziehung zum Respekt vor dem Alter heftig gegen den Mann wehren können (es war einfach ein zu arger Übergriff) und ihn so lange attackiert, bis er von mir gelassen hat. Schlimmer als der Übergriff bewegte mich jedoch die Erkenntniss mir einzugestehen das ich sie nicht lieben konnte obwohl ich sie doch lieben müsste.

In der Nacht danach geht es mir sehr schlecht. Ich breche und habe schlimmen Durchfall. Es ist, als müsste ich die ganze Trauer, den gesamte Zorn, die Erniedrigung und die Enttäuschung auskotzen. In der Früh bin ich seelisch und körperlich total fertig, und jetzt kommt`s - es klingt verrückt. Trotz der vielen Unannehmlichkeiten fühle ich mich plötzlich sehr befreit.
Nach ein paar Tagen stelle ich fest, dass ich mich nicht nur befreit fühle, sondern es tatsächlich bin!
Die letzten Wochen war das Leben oft so anstrengend – jeder Handgriff kostet mich Überwindung - mich waschen, arbeiten gehen, ja sogar Freizeit. Jetzt spüre ich neue Energie.

28.3.2008 - ein Gedicht entsteht:


„Sterben um zu leben“

Als Freund bist du zu mir gekommen,
hast oft mir schon die Angst genommen.

Hab` dich in deiner Pracht gesehen,
um mich war es sofort geschehen.

Lebend in Flammen aufgegangen,
die Gedanken daran nehmen mich gefangen.

Unter Schmerz und Schreien langsam verglommen,
hast du mir wieder die Angst genommen.

Gestorben im Feuer - brennend heiß,
siehst du viele Dinge, die ich noch nicht weiß.

Auferstanden – aus dem Feuer geboren,
Freund ich habe dich nicht verloren!

Erst brennend – dann strahlend vor Frieden und Glück,
gibst du mir mein Leben zurück.


29.3.2008
Ich male weiter und während des Fertigstellens des Bildes wandern meine Gedanken immer wieder die verschiedenen Stationen der zuvor bearbeiteten Verletzungen durch und es erwischt mich noch einmal.
2.4.2008
Ich werde wieder krank.
Erbrechen, Durchfall – Hausmittel, Medikamente, fasten – nichts verschafft mir Linderung.
9.4.2008
Einlieferung ins Krankenhaus. Dort passiert 2 Tage außer Blutabnahmen, Stuhlproben gar nichts. Ich esse gar nichts mehr. Trinke nur noch Wasser. In der Nacht von 10. auf 11.4. habe ich einen wunderschönen Traum. Es ging um meine Heilung, ich bekam zwei Amethystkristalle geschenkt und einen Lavendelstock. Eine Botschaft in Form eines Reimes wurde mir auch gesagt, und dass dieser Reim wichtig ist. In der Früh bringe ich diesen Reim jedoch nicht mehr zusammen und bis heute kann ich nicht sagen, welche Botschaft dieser Reim enthalten hat. Als mich die Krankenschwester am Morgen fragt, ob mir das Lavendelöl geholfen hat, bin ich verdutzt. Sie sagte mir, dass ich geläutet habe und nach Lavendelöl gefragt habe. Daran und was ich damit gemacht habe kann ich mich nicht erinnern. Auf meinem Nachtkasterl steht jedoch ein Fläschchen Lavendelöl. Ich fühle mich erstmals wieder halbwegs gut. Habe ich Hilfe aus einer anderen Welt bekommen? Von da an geht es wieder bergauf mit mir, obwohl meine Befunde von Magen und Darmspiegelung nicht in Ordnung sind und die Magenspiegelung ein traumatisches Erlebnis war.

22.4.2008
Reise zum Loslassen
Endlich gelingt es mir, den Groll, die Wut und den Hass hinter mir zu lassen. Ich kann verzeihen und mich mit meiner Großmutter in dieser Reise aussöhnen (sie ist 1986 plötzlich verstorben).
Jetzt geht es mir gut.

Bis Mitte Juli habe ich dann im Kurs noch einige meiner heikelsten Themen angeschaut. Nicht alle Reisen waren schön, doch hat mich nichts mehr aus der Bahn geworfen. Kurz vor der Mesa haben mich jedoch große Zweifel befallen, ob ich überhaupt teilnehmen soll. Ich habe mich dann dafür entschieden. Aus heutiger Sicht kann ich sagen – es war die richtige Entscheidung.

Zwischen den Bildern gab es immer wieder mal lange Phasen des Nachdenkens und Niederschreibens. Seitdem sind viele Skizzen entstanden, die Zeit scheint jedoch noch nicht reif zu sein, sie zu malen. Seither mache ich regelmäßig Reisen – leider aus Zeitmangel (für mich ist die Dokumentation und vor allem das Zeichnen sehr wichtig und oft entstehen zu einer Reise mehrere Bilder) nicht so oft, wie ich es eigentlich möchte.

Resümee zum HR-Kurs:

Mit diesem Kurs ging es so richtig ans Eingemachte. Die Herausforderungen wurden noch größer, was ich bis jetzt für schmerzlich und beängstigend gehalten habe, war ein müder Abklatsch dessen, was noch auf mich zugekommen ist, doch trotz aller schmerzlichen Erinnerungen, Ängste, Zweifel und meinem desolaten Gesundheitszustand war ich immer zuversichtlich. Wieder hatte ich die volle Unterstützung von Kaletao, den anderen Kursteilnehmern und meinen Krafttieren.

Meine im TR-Kurs angeeigneten Fähigkeiten konnte ich festigen und weiter ausbauen. Ich:

- baue Rituale in mein Leben ein
- bin mir selbst so nahe wie vermutlich noch nie
- bin achtsamer
- bin mental stärker geworden
- bin durch den erlernten Umgang mit Problemen gelassener
- bin zufriedener
- entwickle neue Fähigkeiten und Interessen - schnitzen
- habe meine Glaubenssätze und Regeln definiert
- habe meine Sinne mehr entwickelt und tue es noch

Es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, alles gelingt 100%ig. Doch ich bleibe jetzt dran und es glückt immer öfter und besser. Nach diesen beiden Kursen habe ich das schamanisches Reisen total in mein Leben integriert, nutze es gerne und oft und möchte es auch nicht mehr missen.

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