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Vorgeschichte:
Als ich Roman zum ersten mal sah, war er ein verwildertes, ungepflegtes Pferd, welches mit einer Stute und
ihrem Fohlen auf der Koppel stand. Roman suchte, außer zur Futterbeschaffung, keinen Kontakt zu Menschen.
Er war der unumstrittene Herrscher dieser kleinen Gruppe. Zu diesem Zeitpunkt stand er nach einem Unfall in
der Kutsche (er fiel beim Bergaufgehen nieder und das zweite Pferd stieg auf ihn darauf) seit einem Jahr auf
der Koppel. Eigentlich hat ihn sich mein Vater ausgesucht, weil er "ein großes, starkes mutiges
Pferd ist". Ich wollte mit diesem "grobschlachtigem" Tier eigentlich nichts zu tun haben.
Nach dem Kauf bekamen wir immer massivere Probleme
mit Roman im konventionellen Stall. Er ließ sich nicht mehr einfangen, sobald man ihm am Halfter berührte
stieg er (Roman ist riesig und wenn er steigt, reißt er einen 1,90m Mann mit hundert Kilo, wie eine
Fliege in die Luft) und wurde beim Reiten und Kutschenfahren immer unberechenbarer. Einmal wollte er sogar
über ein Brückengeländer auf eine Bundesstraße springen, weil er sich vor einem vorbeifahrendem
Auto erschreckt hat.
Wir wurden aufgrund seines agressiven Verhaltens aus 4 Ställen geschmissen. Ich änderte die Kommunikation
mit Roman vom stallüblichen "englischen Stil" ("hau drauf, dann geht das Vieh schon",
oder "zu tode streicheln und mit Zucker vollstopfen") und begann nach der Methode von Hempfling
zu arbeiten, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Freundschaft beruht.
Nach 2 Jahren schenkte mir mein Vater Roman, weil sich immer mehr herauskristallisierte, dass dieses große, wilde, mutige Pferd eigentlich ein hochsensibler "Hosenscheißer" ist, welcher gelernt hat seine Kraft gegen den Menschen gezielt einzusetzen, nach dem Motto: "Angriff ist die beste Verteidigung".
So wurde er mit der Zeit ein "Frauenpferd". Er hat gelernt mir wieder zu vertrauen. Roman ist anderen Menschen gegenüber aber noch immer zutiefst mißtrauisch und intolerant - er ist irrsinnig schnell mit seiner Hinterhand und setzt diese auch ein!
Eine weitere Schwierigkeit bestand auch immer in der Herdenkonstellation. Roman ist ein absoluter Herrscher, welcher nur wenige Pferde in seiner Umgebung toleriert. Das setzt er auch mit Beiß- und Schlagattacken sehr tatkräftig durch. Hat er einen schlechten Tag richten sich seine Agresionen auch gegen vorbeireitende Pferde. Zur Zeit toleriert er 2 Pferde, zu diesen ist er auch sehr nett. Zwei weitere Versuche die Herde zu vergrößeren hat er massiv abgelehnt, danach wurde kein Versuch mehr unternommen.
Nach meinem 3 wöchigem Urlaub im Februar 2005 war Roman so verwildert, dass er kaum noch reit- bzw. pflegbar war. Er war auch mir gegenüber sehr reserviert. Es dauerte ca 3 Monate um die allgemeine Zufriedenheit wieder herzustellen. Er ließ sich von, ihm vertrauten Personen, nicht mehr streicheln, nahm auch kein Futter mehr von ihnen (obwohl er immer Heu zur Verfügung hatte), verteidigte seine Herdenmitglieder (er ließ sie nicht mehr aus seinem Offenstall), war sehr ungehalten, grantig, und glaubte im allgemeinen dass er von allen verlassen ist und wieder auf sich selber aufpassen muss. Er schreckte bei jeder kleinsten Bewegung zusammen und stand unter Daueranspannung.
Als ich vom 3 wöchigen Urlaub im März 2006 zurückkam erwartete mich ein Pferd das ziemlich "fertig mit den Nerven" war. Mir gegenüber war er zwar sofort wieder zutraulich, allerdings "klebte" er wieder vermehrt an meinem Rockzipfel, die allgemeine Stimmung hatte sich noch nicht beruhigt, er regte sich leicht auf, war sehr cholerisch und schreckte sich leicht. Zusätzlich zeigte er massive Erschöpfungszustände (Narkolepsiert) und 2 Wochen später massive Arthroseschübe, welche ihm große Schmerzen bereiteten und auf Homöopathie, Osteopathie und Futterzusatzmittel nicht wirklich viel besser geworden sind.
Psychische Verfassung
als ich das erste mal zu Kaletao kam:
Eigentlich stabil, das heißt, wenn ich mindestens jeden 2 Tag zu ihm komme, mich mit ihm beschäftige
(reiten, streicheln, Bodenarbeit,...) Roman ist sehr auf mich fixiert, braucht die tägliche Ansprache
um sich ausgeglichen und wohl zu fühlen;
1.Termin: 21.4.06
Nach einem ausführlichen Gespräch über Vorgeschichte und Verhalten bekam Roman folgende
Blütenmischung:
Arnica (Kal.Blüten) - um alte und tiefsitzende Schocks und Traumata im Körper zu lösen (der
Kutschenunfall)
Dandelion (Kal.Blüten) - lösen der übermäßigen Anspannung in der Muskulatur und
der Psyche. Die Blüte fördert dynamische Kraft und Ausgewogenheit zwischen lebhafter Aktivität
und innerer Ruhe.
Chamomille (Kal.Blüten) - Auflösen von emotionalen Spannungen, fördert ein heiteres Wesen.
Fringed Violett (Bush Essenzen) - Heilung von Schäden in der Aura die durch Schock oder Gewalt verursacht
wurden (der Unfall und diverse Reitstallerfahrungen)
Impatiens (Bach Blüten) - Lösen von Ungeduld, Reizbarkeit und innerer Spannung.
Olive (Bach Blüten) - bei Erschöpfung.
Oak (Bach Blüten) - trotz Erschöpfung weitermachen und sich überfordern dabei.
Aspen (Bach Blüten) - gegen unbenennbare Ängste.
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2.Termin 29.6.06
Die Arthroseschübe haben sich beruhigt. Roman geht zwar etwas steif (darf er ja auch schon, der Herr
wird ja immer älter), aber die massive Schmerzsymptomatik hat nachgelassen. Er läuft sich nach 10
Minuten ein und hat dann wirklich wieder Spaß an unseren Dressurübungen.
Zeitweise legt er sich auch nieder und schläft für kurze Zeit (ca. 10 Minuten). Dies war bis jetzt
unvorstellbar, da er nie so lange die Kontrolle abgeben konnte. Er kommuniziert nun auch mit anderen Menschen,
wirkt etwas verspielter, nimmt nicht mehr alles so tierisch ernst. Zitat Stallbesitzerin: "Nun wird er
ja vielleicht doch noch ein Pferd". Er ist nett zu den anderen Pferden, ruhig und ausgeglichen.
Ich kann jetzt in stressigen Zeiten auch mal 3-4 Tage weg sein und mein Pferd bleibt alleine ruhig und gelassen.
Da die Mischung eine gute Wirkung gezeigt hat und sich bei dem Nachgespräch kein neuer Bedarf gezeigt
hat, beschließe ich die selbe Mischung noch einmal zu verabreichen, um die bereits erreichten Verbesserungen
zu festigen.
3.Termin 22.9.06
Wir mußten wegen eines kleinen Unfalls in die Tierklinik fahren um den rechten vorderen Fuß zu
röntgen, Roman benahm sich mustergültig, doch als die Tierärztin an seinem Bauch mit einer
gefährlichen kalten Stange ankam mußte er ihr kurzfristig klarmachen, dass das so nicht geht. Das
Knie der Tierärztin mußte anschließend auch geröngt werden. Allen beiden (Roman und
der Tierärztin) geht es aber mittlerweile wieder gut.
Ansonsten ist Roman sehr stabil. Die Arthroseschübe sind trotz des naßkalten Wetters vorbei. Roman
geht nach wie vor gerne und läßt sich zu immer mehr Kunststückchen und Dressurübungen
verleiten. Er hat offensichtlich sehr viel Spaß an seiner Arbeit.
Weiters haben wir jetzt auch eine Mitreiterin (hätte er früher nie toleriert), welche er wirklich
mag. Mit ihr geht er immer ausreiten und es sieht so aus, als würde er wirklich auf sie aufpassen.
Roman erscheint im psychischen Bereich weit stabiler. Es gibt keine derartig grosssen Gemütsschwankungen
mehr. Er ist ein fröhliches, ausgeglichenes Pferd, durchwegs noch mit Macho Allüren ("ich bin
der Schönste und Größte Weit und Breit"), aber alles in einem angenehmen Rahmen (und
ganz fad solls ja für`s Frauli auch nicht werden). Er ist Menschen gegenüber viel aufgeschlossener
und kontakfreudiger (nicht nur um Futter zu bekommen). Letztens ging ein ihm völlig unbekannter Mann
ohne unser Wissen zu ihm in den Offenstall, um dort abzumisten. Vor noch einem Jahr wäre dies ein ziemlich
kurzes Gastspiel gewesen. Dieses mal hat Roman ihn nicht tätlich attackiert - nur beobachtet und hat
sich dann sogar den Kopf streicheln lassen (den darf normalerweise nur ich angreifen).
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Roman erscheint
der Welt gegenüber nicht mehr so mißtrauisch. Er kann neue Eindrücke
ruhiger auf sich zukommen lassen, da er nicht mehr das Schlimmste vermutet,
sondern eher auf neue interessante Dinge wartet. Roman hat viel Angst und
Mißtrauen zurückgelassen und einen neuen Weg gefunden sein Leben
noch mehr zu genießen.
Abschluss
Roman hat sich in den 5 Monaten Blütenbegleitung so gut stabilisiert,
dass wir ein Ende der Blütentherapie zu diesem Thema vereinbart haben.
Die beschriebenen Veränderungen haben sich bis zum heutigen Tag erhalten.
Eine weitere Blütenbegleitung wegen Roman`s
Rückenschmerzen fand anschließend statt.