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Für diesen Bericht bekam ich Rückmeldungen von 7 Frauen und 3 Männern im Alter von Mitte 30 bis Mitte 60 die zwischen 1x und 10x daran teilgenommen haben.
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Die Motivation dazu war meist der Wunsch den Verstorbenen zu helfen einen guten Übergang
zu finden. Aber auch Neugier, "eine Plattform zu wissen, wo auch ich Unterstützung bei der Totenbegleitung
habe", der Wunsch sich dabei zu sensibilisieren und auf den eigenen Tod vorzubereiten, sich die eigene
Vergänglichkeit bewusst zu machen und "auf diesem Weg eine allumfassende Liebe zu praktizieren“,
waren Motive für die Teilnahme.
Weiters die Suche nach spirituellen Alternativen:
"Ich wollte einmal eine andere Form des Totenbegleitens kennenlernen als die in unserer Kultur übliche,
(und für mich eher oberflächliche), durch Rosenkranzgebete"
"Da mir bei der Verabschiedung eines verstorbenen Familienmitgliedes etwas Wesentliches fehlte, nahm
ich die Möglichkeit der Meditation der Totenbegleitung dankbar an, und ich die Qualität der gemeinsamen
Mantren-Rezitation des Dhikr bereits kennengelernt hatte."
Wirkung?
Auf die Frage, welche Wirkung die Begleitung auf die Verstorbenen ihrer Meinung nach gehabt hat,
kamen folgende Antworten:
Erfahrungsberichte
Margot
Es war meine erste Totenbegleitung und ich war sehr aufgeregt. Mitten drin hatte ich 1 bis 2 Aussetzer,
wo ich zwar alles hörte, aber nicht mehr reagierte. 2 mal verspürte ich oben ein Ziehen an meinem
Haaren. Die Bauchschmerzen nach dem Essen, die ich seit dem Tod des Freundes hatte den wir begleitet haben,
waren dann für ca. 2 Wochen weg. Danach kamen zwar wieder, aber in leichterer Form.
Carla
Erlebniss beim 1. Mal: die Verabschiedung der Mutter einer Freundin, bei mir waren jedoch Bilder meiner
Eltern im Vordergrund, diese waren in einer gelborangen, schwebenden, einförmigen Kugel und lächelten
mir zu, bis sie fortflogen und sich eine „Himmelspforte“ schloss.
Beim 2. Mal: Begleitung eines jungen Mannes und eines Mannes im mittleren Alter. Bei dieser Begleitung hatte
ich anschließend große Zweifel ob dieser junge Mensch diese Begleitung gewollt hat; ich hatte
den Eindruck er ist sich seines (Unfall) Todes noch im Unklaren, und genau wie die Freunde noch im Staunen
war. Wir wurden während der Begleitung auch ständig gestört.
Beim 3. Mal: konnte ich keinen Bezug zu den Verstorbenen aufbauen und mich deswegen nicht so ganz auf das
Ritual einlassen. Ich merkte, dass es für mich wichtig ist einige persönliche Informationen zur
Person zu haben.
Insgesamt denke ich das dieses Wohlwollen und diese Grenzüberschreitung der Kommunikation von drüben
und herüben auch für den Verstorbenen spürbar wird und somit ein Loslassen auf beiden Seiten
erleichtert. Diese Rituale haben eine ungemeine Kraft, wie ich sie in anderen Glaubensrichtungen noch nicht
in dieser Intensität kennen lernte.
Andrea
Ich versuche einige Erfahrungen und Zustände zu beschreiben:
Durch die Teilnahme an den Begleitungen fühle ich die Möglichkeit des Aufgehobenseins.
Der Wunsch und die Hoffnung sind in mir erwacht, auch ein Stück mit Gebet begleitet zu werden, wenn ich
dies körperliche Welt einmal verlasse, anstatt mit Trauer festgehalten zu werden. Ich beginne zu ahnen
welche Kräfte hier am Werk sind.
Interessant waren die Rückmeldungen anderer Teilnehmer der Gruppe bei der Totenbeleitung meiner Angehörigen,
welche die Situationen, Eigenheiten, Wut, Ärger, Trauer und sogar körperliche Schmerzlokalisation
der Todesursache spiegelten, die mir aus deren Leben bekannt waren.
Für mich persönlich habe ich gelernt, mich näher mit dem Übergang Tod zu beschäftigen,
und mit der Möglichkeit mich geistig auf meine "Geburt“ aus diesem Leben vorzubereiten und
Ängste abzubauen!
Weiters ist es mir mittlerweile zu einer inneren Verpflichtung geworden, der Bitte zu einer Totenbegleitung
zu folgen, da ich selbst die Kraft des gemeinsamen Gebetes im Kreis, als tröstlich und stärkend
erlebt hatte. Was tieferes Erfahren, am Erahnen dieses Mysteriums möglich ist entzieht sich dem Beschreibbaren!
Martin
Bei meiner ersten Begleitung fühlte ich zuerst eine gewisse "Unbehaglichkeit", dann
einen guten Energiefluss. Am Schluss ein gewisses Maß an bewusstem Erleben der Vergänglichkeit.
Die Teilnahme an der Begleitung hat mir meine eingene Vergänglichkeit präsenter gemacht, und erinnert
das leben bewusster zu erleben.
Eine tiefe Ruhe hat sich in mir dabei eingestellt.
Wertvoll war für mich zu erleben wie so viele "fremde" Personen Anteil am Tod eines Menschen
nehmen. Hierbei ist viel Respekt erforderlich - vor dem Tod und gegenüber den Hinterbliebenen.
Christine
Meine Erlebnisse waren dabei keine besonderen. Ausser dass mich jede Rezitation ablenkt vom Täglichen
hat es nichts in mir bewirkt. Ich machte eigentlich beide Male hauptsächlich deshalb mit, weil die lange
Rezitation sehr entspannend ist. Bei der letzten Rezitation konnte ich mich aber gar nicht fallen lassen,
weil eine "weggetretene" Sitznachbarin die Kette (Gebetsschnur die von jedem Teilnehmer der
Gruppe gehalten wird) nicht weitergab.
Josef
Ich hatte bei den Begleitungen das Gefühl tatsächlich ein Stück des Weges mit der Verstorbenen
Person zurückzugehen. Es waren bei jeder Begleitung sehr viele Seelen mit uns auf dem Weg. Die Erfahrungen
waren sehr verschieden, manchmal war es unbeschwerlich und leicht, dann wieder ein Vorankommen kaum möglich.
Bei allen Begleitungen wurde aber gegen Ende zu das Ziel klarer und der Weg leichter zu gehen.
Bei der letzten Begleitung wurde auch meine verstorbene Schwägerin mit eingeschlossen. Diese Begleitung
bewirkte bei mir, das ich mich von der Verstorbenen endgültig verabschieden, und sie auch gehen lassen
konnte.
Für mich ist bei der Begleitung ein bewußtes Abschiednehmen und auch Gehenlassen möglich.
Es ist auch ein sehr schönes Erlebnis eine Seele noch ein Stück, des für uns möglichen
Weges, zu begleiten.
Elfriede
Ich hatte oft bltzartig auftauchende Gedanken und innere Bilder von dem, was gerade geschieht, manchmal auch
Emotionen und körperliches Fühlen.
Es kommt mir vor, wie wenn das Geschehen in "meine Sprache" übersetzt wird. Oft entsteht der
Eindruck, dass viel mehr Wesen, als für die die Begleitung gemacht wird, mitreisen und dorhin kommen,
wo sie "hingehören". Nach der Flutkatastrophe in Indonesien, und auch sonst immer wieder, hatte
ich den Eindruck das (viele) Tiere dabei sind, manchmal auch andere Wesenheiten.
Die Dynamik der Gruppe scheint oft den ablaufenden Weg zu spiegeln.
Barbara
Mir ist das Thema Tod ein persönliches Anliegen, denn ich denke, dass viele Probleme die ich habe, damit
zusammenhängen, dass meine nächsten Angehörigen nicht ganz gegangen sind oder ich sie nicht
habe gehen lassen, und ich nicht trauern habe können.
In meinem Beruf im Krankenhaus ist es mir gerade in den letzten Jahren gelungen trotz allem Stress den Sterbenden
und Angehörigen ein gutes Umfeld zu schaffen.
Bei den Begleitungen habe ich immer wieder erlebt das ich körperliche und Psychische Probleme der Verstorbenen,
von denen ich vorher nichts wusste, zu meinen gemacht habe. Auch im Leben nehme ich oft Dinge an, die nicht
die meinen sind.
Einmal hatte ich z.B. Schmerzen in der Brust während der Begleitung und erfuhr im anschließenden
Gespräch das die jung Verstorbene Metastasen in der Lunge gehabt hatte.
Bei der Begleitung einer jungen Frau, die 6 Kinder, zum Teil im Säuglingsalter, hinterlassen hat, habe
ich mich schlecht gefühlt, Wut, Aussichtslosigkeit und Unruhe. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen.
Ich habe mich dann von dem durch Qigong gelöst.
Einmal hatte ich Probleme mit der Perlenkette, die auf der einen Seite von einer Teilnehmerin gezogen wurde
und vom Vorgäger eingehalten. Ich habe das einfach den beiden überlassen und die Kette durch meine
Hand gleiten lassen, sozusagen die Verantwortung anderen überlassen. Beim Nachfragen wurde mir erzählt,
dass der Verstorbene in seinem Leben meist genauso gehandelt hat.
Ich sehe die Begleitung für mich als Schule des Weitergehens und des Loslassens - für den Verstorbenen,
und auch für mich. Bei den Totenbegleitungen habe ich gelernt Dinge nicht zu meinen zu machen, sondern
weiterziehen zu lassen. Wenn es mir im Leben schlecht geht wende ich dieses Mantra auch an, um mich von eigenen
Problemen zu lösen.
Gabriele
Ich habe die Begleitungen in ihrer Dynamik oft genauso wahrgenommen, wie die betreffende Person gelebt hat
und verstorben ist.
Besonders bei meinem Vater. Er war ein sehr arbeitsamer, aktiver Mensch der aber etwa ein Jahr vor seinem
Tod seinen inneren Frieden und seine Ruhe gefunden hatte und auch friedvoll eingeschlafen ist. Seine Begleitung
war ein völlig gleichmäßiges und ruhiges rezitieren des Mantras. Die Gruppe war eine harmonische
Einheit (und das ist nicht immer so). Es war Friede und Dankbarkeit da, Ruhe und Trauer. Ich konnte ihn auch
sehen. Er lächelte die ganze Zeit. Erst zum Schluß verblasste das Bild allmählich.
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