Diese, wohl bekannteste und verbreitetste schamanische
Methode beruht auf einer Verschiebung des Aufmerksamkeitsfokus von der Alltagsrealität
hin zur anderen Wirklichkeit. Dieser Trancezustand, der nichts mit der,
den Ärzten vorbehaltenen Hypnose zu tun hat, beruht auf dem ganz natürlichen
verschieben der Aufmerksamkeit hin zu einem anderen Ort der Wahrnehmung,
wie dies zum Beispiel auch geschieht wenn wir ein spannendes Buch lesen
und so davon fasziniert sind das wir die Umwelt kurzfristig (fast) vergessen.
Tagtraum / Phantasiereise oder doch schamanisch unterwegs?
Ebenso wie bei schamanischen Reisen tauchen auch bei Tagträumen und Phantasiereisen innere Bilder auf.
Diese Bilder sind ein Zeichen dafür, dass das Gehirn Alphawellen produziert und in einen Entspannungszustand
eintritt. Beginnen diese Bilder eine Eigendynamik zu entwickeln, hat das Gehirn in einen noch tiefer entspannten
Zustand gewechselt und produziert nun Thetawellen. Dieser Zustand ist völlig natürlich und wird
auch vor dem Einschlafen erlebt.
Der Unterschied zwischen einer Tagtraumphantasie und schamanischem Reisen ist jedoch ein gravierender. Während
ein Tagtraum weitgehend ungesteuert dahin läuft, ist eine schamanische Reise dadurch gekennzeichnet,
dass mit einer klaren Absicht rituell in eine
Welt eingetreten wird. Niemals wird eine schamanische
Reise aus Jux oder Langeweile unternommen.
Da der/die schamanisch Reisende in einem teilweise sehr stark verschobenen (ver-rückten) Zustand agiert,
sollten bei der Durchführung einer schamanischen Reise auch bestimmte Verhaltensempfehlungen (Reiseregeln)
beachtet werden, die eine gute Rückkehr gewährleisten sollen.
Weiters ist es wichtig, auch die Gesetzmäßigkeiten in den anderen Welten kennen- und handhaben
zu lernen, um echte Handlungskompetenz bei schamanischen Reisen zu erwerben.
Veränderungen, die in einer schamanischen Reise vorgenommen wurden, müssen sich auch (wenn es nicht
doch eine Phantasie war) in einer gewissen Weise der alltäglichen Wirklichkeit zeigen.
Dabei fällt mir das Beispiel einer Teilnehmerin eines Reise-Workshops ein: Sie litt unter träger
Verdauung und sah bei einer Reise durch ihren Körper, dass sich viel Dreck in ihrem Dickdarm angesammelt
hatte. Also nahm sie kurzerhand einen imaginierten Hochdruckreiniger und blies ihren Dickdarm sauber, mit
dem Erfolg, dass sie lange vor dem gemeinsamen Ende der Reise den Seminarraum mit fluchtartiger Geschwindigkeit
in Richtung Toilette verließ,...