Süßkartoffel Anbau und Vermehrung

/ Garten

Die Süßkartoffel wird immer beliebter als Gemüsepflanze. Leider ist die Anzucht aus Knollen vom Lebensmittelhandel mitunter etwas zickig. Nicht immer keimen die so, wie man das gerne hätte. Daher bleibt meist nur der Weg übrig Pflänzchen im Gartenmarkt zu erwerben. Für ganze Beetbepflanzungen ein relativ kostspieliges Unterfangen.
Hat man jedoch einmal eine gesunde Pflanze über den Sommer kultiviert, dann kann man sie selber ganz einfach weiter vermehren.
Stecklinge schneidet man aus kräftigen, gesunden Ranken. Man nimmt Stücke mit drei Blättern und entfernt das unterste Blatt. Nach einer Stunde antrocknen der Schnittflächen werden die Stecklinge zum bewurzeln in ein Glas Wasser gestellt. Die Wasserhöhe sollte nicht bis zum zweiten Blatt reichen da dieses sonst auch Wurzeln treibt.
Innerhalb von 3-4 Tagen sind die unteren Blattachseln kräftig bewurzelt und die Ableger können in kleine Töpfchen gesetzt werden. Normale Gartenerde oder Blumenerde genügen durchaus.
Die Jungpflanzen überwintern idealerweise am Fensterbrett – hell und warm. Wenn sie zu lange Triebe entwickeln sollte man sie immer wieder zurückschneiden damit sie sich buschig entwickeln.
Ab Mitte Mai können die Pflanzen dann nach draußen gesetzt werden. Entweder in ein Beet oder auch in einen Trog. Beim Standort ist zu beachten das sie sehr viel Sonne mögen (dabei aber auch viel Wasser brauchen). Ob man sie im Beet am Boden dahin wuchern, über eine Mauer nach unten hängen lässt oder an einem Rankspalier (oder auch Gartenzaun) nach oben führt ist egal. Ich habe im letzten Jahr die Erfahrung gemacht das sie sich am Spalier mit Stangenbohnen und Tomaten sehr gut vertragen. Das Spalier ist gleichzeitig die Platzsparendste Variante. Gleichzeitig geben sie einen guten Sichtschutz und man kann zwischendurch auch einige, der gesunden und schmackhaften Blätter als Salat oder Spinat ernten (nicht zu viele, da die Blätter ja die Knollen ernähren müssen).
Ich habe am 1,5 Meter hohen Spalier alle halbe Meter eine Süßkartoffel gesetzt und dazwischen eine Ribiseltomate und Stangenbohnen. Beim Ranken muss man der Süßkartoffel am Anfang ein wenig helfen und sie ein paar Mal durch die Gitter flechten. Im Gegensatz zu Bohnen (die in der prallen Sonne ihre Blätter gerne aus dem Licht drehen) beschattet die Süßkartoffel sehr zuverlässig, selber im Schatten stehen mag sie allerdings gar nicht. Dabei kümmert sie vor sich hin und setzt wenig bis gar keine Knollen an. Auch bei zu wenig Gießen oder zu später Auspflanzung entwickeln sich fast nur Blattriebe aber kaum Knollen.
Insgesamt ist meine Erfahrung nach dem ersten Jahr die, das dieses wunderbare Gemüse deutlich Anspruchsvoller und zickiger ist als eine Kartoffel (mit der sie in keinster Weise Verwandt ist) es aber kulinarisch trotzdem lohnt sie zu kultivieren und ihre Ansprüche zu erfüllen.
Zur Ernte wird es, wenn das Laub gelb wird, je nach Lage Ende September bis Anfang Oktober.