Hühnerstall / Schlafstall bauen

/ Hühnerhaltung

Dem aussichtslosen Kampf gegen Brombeerhecken in einem stillen Eck im Garten habe ich die Idee zu verdanken Hühner, als Rodungsmitarbeiterinnen anzuschaffen.
Die Arbeit begann im Frühling 2015, aber alleine die Erdbewegungen, der bau einer großen Löffelsteinmauer, dauerte bis Sommer 2016 bis die Hühner einziehen konnten. Für alle, die selbst ein Stück Garten haben und mit der Hühnerhaltung liebäugeln, möchte ich meine Erfahrungen aufschreiben.
Ausgangsbasis für den geplanten Hühnerstall war ein alter Holzunterstand. Der offene Teil auf der linken Seite sollte zum Schlafstall umgebaut werden, der Teil rechts als Holzhütte verbleiben.
Schwierigkeit dabei war, das der Raum höher als breit und lang war. Auch, das der Auslauf nach links ebenfalls einen guten höhen Meter Niveauunterschied hatte.
Das Problem ließ sich, nach vielen Überlegungen, in einem dreigeschossigen Appartement mit Wendeltreppe lösen. Ganz unten, im Sommer kühl und im Winter als Isolierung vor dem Bodenfrost das Sandbad. Gefüllt mit einer Mischung aus trockenem Spielsand, Asche und Kieselgur nutzen es die Damen Sommer wie Winter sehr gerne zur Körperpflege.
Für den mittleren Bereich habe ich ein Stück Blech gefunden, das sehr gut einzupassen war, und das sich leicht sauber halten lässt. Hier gibt es Futter und Wasser.
Der obere Bereich hat als Bodenplatte und Kotbrett die Glasplatte eines alten Wohnzimmertischs. Das Glas nimmt weder Geruch noch Feuchtigkeit auf und lässt sich mit wenigen Handgriffen täglich sauber halten.
Hier der Blick in den ersten Stock und das Pattere (das, mit dem Heu war nett gedacht aber sinnlos). Der Mittelbereich wird inzwischen mit einer Handvoll Sägespäne eingestreut und ist so leichter sauber zu halten.

Hier das Schlafzimmer mit dem Aufgang zum Auslauf. Das Brett, über das sie nach oben gehen lässt sich hochklappen und so am Abend der Stall schließen. Rechts neben den Sitzstangen befinden sich noch zwei Legenester, von denen aber nur eines benutzt wird.

Gebaut wurde der Stall praktisch nur aus wiederverwerteten Teilen. Bis auf einige Schrauben und Scharniere hat der Hühnerstall keine weiteren Kosten verursacht. Die Türen stammen von alten Küchenkästen, die Seitenwand aus einer alten Holztüre mit Kasettenfenstern. Dazu der Couchtisch und einige Bretter die herumgelegen sind.
Das Brett in der Mitte lässt sich seitlich weg klappen und damit kann man das Kotbrett sehr bequem mit der kleinen Gartenschaufel in einen Kübel abstreifen.

Anfangs hat es zwar einige Tage gebraucht bis meine Junghennen alle drei Etagen begriffen haben und die, doch sehr engen und steilen Leitern gemeistert haben, aber schon nach kurzer Zeit sind die hin und her geflitzt, als hätten sie nie etwas anderes getan. Die zwei Junghennen die 2017 zu den vier Damen von 2016 dazu gekommen sind, haben die Etagenwohnung augenblicklich genutzt weil sie es bei den Alten abschauen konnten. Mit 6 Hühnern ist der Schlafstall allerdings am Limit seiner Kapazität. Ich will mir nicht vorstellen das die Industrie auf diesem Raum um die 20 Hühner zusammensteckt (natürlich ohne Auslauf – Dauer-Haft).
Natürlich ist das nur der Schlafstall und nicht zum dauerhaften Aufenthalt gedacht und geeignet. Für Zeiten der Stallpflicht (die immer wieder kehren) ist zusätzlich ein gesicherter Auslauf unbedingt notwendig.
Wie es mit dem Winterstall und dem Auslauf weitergeht werde ich noch berichten.